Ostturkistan, das von den Chinesen als Uigurische Autonome Region Xinjiang bezeichnet wird, liegt im Herzen Asiens. Es liegt an der alten Seidenstraße und war über 2000 Jahre eines der wichtigsten Handelszentren der Welt. In diesem Land wurden große Zivilisationen begründet, die mit ihren Traditionen, ihren Kulturen und Stärken die Geschichte der Menschheit beeinflussten.
Die Uigur*innen haben eine mehr als 4000-jährige Geschichte in Ostturkistan. Die Vorfahren der Uigur*innen und andere turksprachiger Völker gründeten viele Staaten und Reiche in der Region, die wir heute Ostturkistan nennen. Die Uigur*innen spielten eine äußerst wichtige Rolle entlang der legendären Seidenstraße und ebenso im kulturellen Austausch zwischen Ost und West. Dadurch entwickelten sie ihre einzigartige Kultur und Zivilisation. In der Antike praktizierten die Uigur*innen, wie die anderen turksprachigen Stammvölker Mittelasiens Schamanismus, Manichäismus und Buddhismus. Vor dem Beginn des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung, bevor die Uigur*innen sich zum Islam bekannten, war das Territorium Ostturkistans eines der großen Zentren buddhistischer Kultur.
Uigurischer Khaganat im 840 n. Chr.
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Tschagatai Khanat 1294 n.Chr.
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Karachanidenreich im 11 Jahrhundert n. Ch.
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Ein enger Kontakt zwischen anderen muslimischen Regionen und der uigurischen Region begann Anfang des 9. Jahrhunderts als der Islam zur offiziellen Religion wurde. Während der Zeit des Karachanidenreiches wurde die Islamisierung der Uigur*innen beschleunigt. Innerhalb kurzer Zeit wurde Kaschgar zur Hauptstadt des Karachanidenreichs und zu einem der wichtigsten Bildungszentren des Islams. Das Bildungswesen, Kunst, Musik und Literatur dieses Staates beeinflussten die gesamte islamische Kultur der damaligen Zeit. In dieser Zeit gelangen zahlreiche uigurischen Wissenschaftler, Künstler und Autoren zu großem Ruhm. Tausende von einflussreichen wissenschaftlichen Büchern wurden geschrieben. Vor allem erlangten die Bücher von Yusup Has Hajip “Kutadgu Bilig” (1069-1070) und von Mahmud Kaschgari „Divan-I Lugat-it Turk“ (das erste türkisch-arabische Wörterbuch) große Berühmtheit.
Die Invasion der Mandschus
Die Unabhängigkeit des Uigurischen Reiches, das auch als Seyyid Reich oder Yarkent Reich bekannt ist, wurde durch die Invasion der Mandschu Dynastie im Jahre 1759 zerstört. Das Territorium von Ostturkistan wurde sodann vom Mandschu Reich annektiert. Die Mandschu Herrschaft dauerte in Ostturkistan von 1759 bis 1862. Während dieser Zeit begangen die Uigur*innen und andere Völker Ostturkistans viele Aufstände und Freiheitsbewegungen gegen die fremde Herrschaft. Sie organisierten 42 Aufstände, um ihre Unabhängigkeit wieder zu gewinnen. Im Jahre 1864 wurde von Jakub Bek die Mandschu Herrschaft beendet und ein neuer uigurischer Staat „Yetteshahar“(Siebenstädte) gegründet. Jedoch währte die Unabhängigkeit dieses Staates nicht lange. Das Mandschu Reich eroberte nach acht Jahren blutigen Krieges am 18. November 1884 das gesamte Territorium Ostturkistans und gliederte es als neue Provinz mit dem neuen Namen „Xinjiang“ (was soviel bedeutet wie „neues Territorium“) ihrem Reich an.
Chinesische Herrschaft in Ostturkistan
1911 lösten die chinesischen Nationalisten die Mandschu Regentschaft ab und gründeten eine Republik. Auf dem Territorium Ostturkistans herrschten, wie in den letzten Jahren des Mandschu Reichs, Han-chinesische Gouverneure. Die Zentralregierung Chinas hatte wenig Macht und Einfluss in Ostturkistan und die Uigur*innen versuchten mehrmals die Fremdherrscher aus ihrem Land zu vertreiben. Dies gelang zweimal, im Jahre 1933 (Islamische Republik Ostturkistan) und im Jahre 1944 (Republik von Ostturkistan). Jedoch der Aufbau der Unabhängigkeit Ostturkistans wurde durch militärische Invasionen und politische Intrigen der Sowjetunion verhindert. Im Oktober 1949 schließlich marschierten die Truppen der chinesischen Volksbefreiungsarmee in Ostturkistan ein und zerstörten erst 1955 endgültig die Republik Ostturkistan. Nach 6 Jahren blutiger Säuberung gaben die chinesischen Kommunisten dem Gebiet den Namen „Uigurische Autonome Region Xinjiang“ und gliederten es in die Volksrepublik China ein. Dies war der Anlass der zweiten Welle der Auswanderung der Uiguren ins Ausland. Die Herrschaft der chinesischen Kommunisten in Ostturkistan kann als das dunkelste Kapitel in der gesamten Geschichte der Uiguren und Ostturkistans betrachtet werden. Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist die Existenz der uigurischen Nation von gänzlicher Vernichtung bedroht. Die chinesische kommunistische Regierung hat vernichtende Maßnahmen gegen Uigur*innen und andere Minderheiten Ostturkistans ergriffen, um die dauerhafte Besetzung des Landes zu sichern. Trotz aller brutalen und zerstörerischen Kampagnen der chinesischen Regierung gegen die kulturelle Identität und Existenz der Uiguren, wehren sich die Uiguren und die anderen Minderheiten von Ostturkistan dagegen von China unterdrückt zu werden.










