Im Streit um Chinas Völkermord an den Uiguren haben sich absurde Konstellationen ergeben - auch in Europa. Die Zeitschriftenkolumne.

Die Beweise sind erdrückend. Der Umgang der chinesischen Zentralregierung mit ihren uigurischen und kasachischen Minderheiten in der Grenzregion Xinjiang erfüllt alle UN-Kriterien eines Völkermords – mit Ausnahme der unmittelbaren massenhaften Tötung. Die westlichen Assoziationen von Konzentrationslager und Gulag mögen die brutalen Sinisierungsmaßnahmen der Han-Mehrheit nicht ganz treffen. Doch als systematisch organisierter, mit ebenso hochtechnisierten wie archaischen Mitteln arbeitender Versuch, eine muslimisch geprägte Kultur auszulöschen, die Pekings Großmachtplänen im Weg steht, erfassen sie den totalitären Charakter des Geschehens.

Umso erstaunlicher ist, dass mit der Zahl der Zeugen auch die Zahl der Leugner wächst. Es ist kein Wunder, dass etwa Chinas Außenminister Wang Yi sämtliche Vorwürfe von sich weist: Auch viele Han-Chinesen würden den Genozid nicht mittragen – wenn sie denn darüber im Bilde wären. Seltsamer ist, dass Wang in Europa willige Unterstützer findet. Im März-Newsletter der Chinesischen Botschaft (de.china-embassy.org/det/zt/Newsletter) verweist er als Kronzeugen auf Maxime Vivas. weiter lesen

Von uynigma

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