Die Uiguren Dolkun Isa und Shohrat Zakir könnten gegensätzlicher nicht sein: Der eine kämpft für sein Volk, der andere sperrt es ein. Ein Treffen in München und eine Reise durch Xinjiang.

Die Welt ist den Menschen feindlich, dort, wo der Gouverneur regiert. Wo der Apparat sie verfolgt, ihnen in den Straßen nachspürt, in den Gassen, morgens, mittags, abends, immer. Wo Kameras an Laternenmasten hängen und an Mauervorsprüngen. Wo der Fleischer sein Messer an der Schlachtbank anketten muss und ein QR-Code in die Klinge graviert ist. Sollte je ein Messer verschwinden, weiß der Apparat, wem es gehört.

Der Regierungspalast des Gouverneurs in Urumqi ist gesichert wie eine Festung. Eine laternenhohe Mauer riegelt das Gelände ab, Schlagbäume und Panzersperren blockieren das Tor. An jeder Ecke wachen Sicherheitskräfte, die Maschinenpistole vor der Brust. Das nächste Polizeirevier liegt gleich an der Kreuzung, die Polizisten haben Sonnenschirme aufgespannt, gegen die Hitze. Doch nur ein Funkspruch genügt, schon schwärmen Hunderte, wenn nicht Tausende Beamte aus den grauen Containern aus, die überall in der Stadt aufgestellt wurden. Sie laufen vorbei an Kontrollposten und Kameras, die Augen des Apparats sind überall. weiter lesen 

Von uynigma

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