Hunderttausende Uiguren sind in Chinas Region Xinjiang eingesperrt. Ein Sponsor des Internationalen Olympischen Komitees lässt dort trotz Zwangsarbeit produzieren – das IOC will von Menschenrechtsverletzungen aber nichts wissen.
von Hendrik Maaßen und Anne Armbrecht
Mit welchem Gefühl er denn nach Peking fahre, wurde Thomas Bach gefragt. Wie es ihm persönlich gehe, wenn er um mindestens eine Million in Lagern eingesperrte Uiguren wisse. Doch der Präsident ließ sich auf die Frage nicht ein. „Wir fahren zu diesen Olympischen Spielen, um dort großartige sportliche Wettkämpfe zu erleben“, sagte Bach. Er verzog dabei keine Miene – noch ging er nur mit einem Wort auf die unterdrückte Minderheit und die Menschenrechtsverletzungen Chinas ein.
Die Olympischen Winterspiele in Peking (4. bis 20. Februar) sind aus vielen Gründen umstritten. Es ist ein Wintersport-Großereignis in einer Region, wo fast nie Schnee fällt. Da sind der Größenwahn der Bauprojekte und Skigebiete, die in Naturschutzarealen aus dem Boden gestampft werden. Und dann ist da die verheerende Menschenrechtslage, allen voran rund um die Uiguren.
IOC-Funktionär mit fragwürdiger Doppelrolle
NDR und „Süddeutsche Zeitung“ haben über mehrere Monate zu China und den Olympischen Spielen recherchiert. Daraus entstanden ist eine Sportclub Story, die eindrucksvoll vor Augen führt, wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) seine angebliche politische Neutralität vor sich herträgt – und sich gleichzeitig doch gemein macht mit den Machenschaften der chinesischen Regierung.weiter lesen
