Die Internationale Arbeitsorganisation hat beschlossen, Mitarbeiter in die Region Xinjiang zu schicken, um die Lage einzuschätzen. Das größte Problem: China muss die Mission ins Land lassen.
Inmitten neuer Berichte über die systematische Unterdrückung der Uiguren durch Peking hat die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) die Entsendung einer »technischen Beratungsmission« nach China beschlossen. Die Vollversammlung der Uno-Sonderorganisation nahm in Genf eine Erklärung eines Ausschusses an, wonach »die Anwendung aller repressiven Maßnahmen gegen die Uiguren, die sich diskriminierend auf ihre Beschäftigungsmöglichkeiten und ihre Behandlung als religiöse und ethnische Minderheit in China auswirken«, bedauert wird.
China müsse dies umgehend einstellen und die ILO-Mission ins Land lassen – bis zum 1. September solle die Uno-Organisation einen Bericht zur Einschätzung der Lage vorlegen. Der chinesische Regierungsvertreter Qian Xiaoyan sagte, die ILO-Ausschüsse sollten nicht als »politisches Instrument einiger westlicher Länder zur Verleumdung und Verunglimpfung Chinas« missbraucht werden.
Belege für Internierung von Uiguren
Kürzlich hatte ein internationales Medienkonsortium mit Beteiligung des SPIEGEL weitere Belege für die massenhafte Internierung von muslimischen Uiguren in Xinjiang veröffentlicht . Tausende Fotos, Reden und Behördenweisungen belegen unter anderem Folter und die Existenz eines Schießbefehls. Laut Menschenrechtsaktivisten wurden mindestens eine Million Uiguren in Umerziehungslagern interniert, wo sie auch Zwangsarbeit verrichten müssen.weiter lesen
