Der Besuch des chinesischen Staats- und Parteichefs zeigt, wie der Führerkult zunimmt. In der Provinz der unterdrückten Uiguren inszeniert er sich als Hüter des kulturellen Erbes.

Als am Freitag die ersten Meldungen über Xi Jinpings Besuch in Xinjiang verbreitet wurden, war der Staats- und Parteichef schon wieder abgereist. Berichten der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge hielt er sich von Dienstag bis Donnerstag in der westchinesischen Grenzregion auf. Dass davon zunächst weder Bilder noch Nachrichten nach außen drangen, zeigt, wie streng die sozialen Medien in Xinjiang kontrolliert werden. Zum Vergleich: Bei Xi Jinpings Besuch in Hongkong vor zwei Wochen verbreiteten Bewohner auf Twitter in Echtzeit Videos von seiner Fahrzeugkolonne. Es wäre undenkbar gewesen, seine Präsenz in Hongkong geheim zu halten.

Seine Reisen nach Hongkong und Xinjiang hatten aber eines gemein: Sie dienten dazu, Xi Jinpings kompromissloses Vorgehen zur Zwangsassimilation kultureller Minderheiten als Erfolg darzustellen und westlichen Kritikern die kalte Schulter zu zeigen. Es war erst das zweite Mal seit seinem Amtsantritt vor knapp zehn Jahren, dass Xi Jinping nach Xinjiang reiste. Bei seinem ersten Aufenthalt im Jahr 2014 hatte er die Sicherheitsbehörden aufgerufen, im „Kampf gegen Terrorismus“ wirksamere Methoden zu finden und „keine Gnade“ zu zeigen. Damit hatte er die politischen Grundlagen für die Masseninternierung von Hunderttausenden Uiguren und Kasachen gelegt. Seine damalige Reise war von einem Selbstmordattentat uigurischer Extremisten überschattet worden, bei dem ein Mensch getötet und mehr als 70 verletzt wurden. weiter lesen

 

Von uynigma

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