Bekannt sind Chinas Umerziehungslager seit Monaten. Drei Millionen Uiguren werden oder wurden in Xinjiang gefangen gehalten. Dolkun Isa will endlich Sanktionen sehen

Seit 2004 setzt sich der Weltkongress der Uiguren (WUC) für das uigurische Volk ein. Die Exilorganisation in München wird von Chinas Regierung als „separatistisch“ eingestuft. Der 53-jährige Dolkun Isa ist seit 2017 ihr Präsident.

STANDARD: Wie hat sich die Arbeit des WUC in den vergangenen Jahren verändert?

Isa: Im Prinzip hat sich nicht viel verändert – außer der Aufmerksamkeit, die das Thema heute bekommt. Wir weisen seit Jahren auf die massiven Menschenrechtsverletzungen in Ostturkistan (Xinjiang, Uigurisches Autonomes Gebiet der VR China, Anm.) hin. Mit der Machtübernahme von Xi Jinping eskalierten diese Menschenrechtsverletzungen in einen Völkermord. 2015 wurde den Muslimen das Fasten während des Ramadan verboten. Kurz darauf wurden allen Uiguren die Reisepässe entzogen. Internationale Flüge von Ürümqi gibt es seit 2016 nicht mehr. Muslimische Vornamen wurden verboten. Korane und Gebetsteppiche werden konfisziert. Jedes Mal, wenn so etwas geschah, haben wir darauf hingewiesen, aber meist passierte nicht viel. weiter lesen

Von uynigma

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